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Minnesänger des Jahres gekürt

Holger Schäfer aus Adelebsen gewinnt den Titel zum 2. Mal

Neuer Minnesänger des Jahres ist Holger Schäfer aus Adelebsen bei Göttingen. Am 9. Juni kürte das Publikum des Minnesänger-Wettstreits 2012 auf Burg Prunn im Altmühltal den Sänger zum Sieger. Der Wettstreit, der von der Webplattform Minnesang.com und dem Mittelaltermagazin Karfunkel präsentiert wird, findet seit 2005 im jährlichen Turnus an wechselnden Spielorten statt. Schäfer übernahm den Titel vom Salzburger Sänger Thomas Schallaböck.


Holger Schäfer wurde 1971 in Göttingen geboren. Nach ersten Versuchen auf der Blockflöte, die er zu Grundschulzeiten lernte, bildete er sich bis zum Musikstudium in den unterschiedlichsten musikalischen Fächern aus: Kirchenorgel, Klavier, Chorleitung, Cembalo und Gesang. Schließlich studierte er historische Blockflöte und Cembalo an der Musikakademie Kassel. Seit einigen Jahren beschäftigt er sich intensiv mit dem Thema Harfe und hat seine Leidenschaft für das Geschichtenerzählen und die Kombination „Singen zur Harfe“ entdeckt. Es lag nahe, dass er dabei schließlich beim Minnesang landete.  "In mir erwachte aufs Neue die Liebe zu Geschichten und Klängen aus alter Zeit, das Eintauchen in Sehnsüchte und Unerfülltes.  Mich lässt diese Art der Musik, ihre Stimmung und Magie einfach nicht mehr los," so beschreibt er selbst seine Passion. Seit 2008 wendet er sich verstärkt dem Minnesang zu, er ist unterwegs mit Programmen zum Sängerkrieg auf der Wartburg und zur Geschichte des Minnesangs. Außerdem spielt er im Ensemble „Trigon“. 2008 errang er den Titel „Minnesänger des Jahres“ schon einmal, damals auf der Clingenburg.


Der Sängerwettstreit 2012 wurde von der Bayerischen Schlösserverwaltung als Begleitveranstaltung zur Ausstellung „Ritter, Recken, edle Frauen“ auf Burg Prunn durchgeführt. Im Mittelpunkt stand der „Minnesang vom Donaustrand“ vom Kürenberger bis hin zu Reinmar von Brennenberg, vor allem aber das Nibelungenlied, denn von Burg Prunn stammt ja die Handschrift D des bekannten Epos, der sogenannte Prunner Codex. Beim Sängerstreit wurde auf die Entstehungsgeschichte dieser Handschrift Bezug genommen. Außerdem trugen die fünf Interpreten – neben Schäfer waren das Knud Seckel (Alsbach), Hans Hegner (Berlin), Frank Wunderlich (Lützelbach) und Thomas Schallaböck (Wien) – Auszüge aus dem Nibelungelied vor. Das Publikum lauschte gebannt den sehr unterschiedlichen Umsetzungen der spannenden Geschichte um Siegfried, Kriemhild, Brünhild und den Verräter Hagen. Sehr viel Applaus gab es für alle Interpreten, doch es konnte am Ende nur einen Sieger geben: So errang Schäfer erneut die begehrte Trophäe.


Eine Fortsetzung des Spektakels in alter Wartburg-Tradition, das immer wieder die Freunde des Genres aus Deutschland und Österreich anlockt, wird es auch im nächsten Jahr geben. Interessierte Veranstalter bewerben sich bei Minnesang.com oder unter 05671-925355 beim Künstlerischen Leiter des Wettstreits Dr. Lothar Jahn.    


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