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Sieg für Tristan und Isolde: Das Traumpaar ist gekürt

Beim 7. Falkensteiner Minneturnier am 4. August 2012 drehte sich alles um das Thema "Traumpaare des Mittelalters". In der engeren Auswahl waren fünf Paare, deren Geschichten mit großem gesanglichen, instrumentalen und schauspielerischen Einsatz auf die Bühne des Burghofes der wunderbar erhaltenen Burg Falkenstein im Ostharz gebracht wurden.

Tristan und Isolde vor der Burg

Aufs Wesentliche verdichtet wurden fünf Liebesgeschichten erzählt, die alle nach einem hoffnungsvollen Anfang ein tragisches Ende fanden. Die Publikumsentscheidung war nicht einfach, da jede Darbietung ihre eigene Qualität hatte. Der Preis ging schließlich an Tristan und Isolde, dargeboten von Hans Hegner aus Berlin und Dagmar Jahn aus Hessen.

 

Ihr Tristan orientierte sich an dem um 1210 entstandenen Epos von Gottfried von

Straßburg und war ein Gegenentwurf zur Wagner-Oper, in der alles zum Liebestod

drängt: Bei Gottfried steht das geballte Leben im Mittelpunkt, das Ausleben von

Lust und Liebe über alle gesellschaftlichen Konventionen hinweg. Der Zaubertrank

kettet die Königin Isolde und den Spielmann Tristan aneinander und treibt sie zu

immer gewagteren Ränkespielen. Interessant war dabei der stimmliche Kontrast:

Während der jahrzehntelang am Minnesang geschulte Hans Hegner in eher spröder,

herber Manier die Melodien zum Klingen brachte, setzte seine Partnerin mit

klassisch geschultem Sopran ihre Kantilenen darüber. Die Handlung wurde dabei

durch sehr dichte und intensive Dialoge der beiden Liebenden vorangetrieben,

ergänzt um musikalische Erzählungen, die Ursel Peters aus Berlin in bester

Bardenmanier vortrug, wobei die Wurzeln des Epos in Cornwall und Irland deutlich

wurden.

 

Hans Hegner aus Berlin tritt schon seit drei Jahrzehnten als Sänger und

Instrumentalist mit mittelalterlicher Lyrik auf, solistisch oder in den Duos

"Fundevogel" und "Kleine Sekunde". Er singt und spielt Symphonia, Trommeln,

Flöten und Schalmeien. Er ist bekannt für seine einfühlsamen Übersetzungen

mittelalterlicher Texte und bringt in Schulvorträgen das Thema Minnesang einer

Generation nahe, die sonst nur Pop, Rock und HipHop kennt. Dagmar Jahn hat ihren

gesanglichen Schwerpunkt in der Kirchenmusik von Bach bis Mendelssohn, widmet

sich als Mitglied des Musiktheaters Dingo aber auch schon viele Jahre der

mittelalterlichen Musik. Sie arbeitet hauptberuflich als Lehrerin der

Gustav-Heinenmann-Schule Hofgeismar.

 

Auch die anderen Paare beeindruckten: Kriemhild und Siegfried, dargeboten durch

Gerda Weinreich und Gisbert Ostermann, brachten die furchtbaren, teilweise aber

auch tragikomischen Verstrickungen des Nibelungenliedes auf die Bühne,

unterstützt durch den Erzähler Knud Seckel, der mit seinem Soloprogramm zum

Nibelungenlied große Erfolge feierte. Eva Wachter und Sebastian Stüer glänzten

in jugendlicher Frische als Elisabeth und Ludwig von Thüringen, ihnen stand

Frank Limbach mit beeindruckendem Bass als Mönch Dietrich von Apolda zur Seite,

der die Geschichte des Landgrafenpaares zusammenfasste. Eleonore von Aquitaniens

Ehe mit dem englischen König Henry II. wurde von Susanne Schmidt und Wilfried

Staufenbiel mit Sang und Tanz fröhlich zu verführerischen Fidelklängen

zelebriert. Ein besonderer Höhepunkt war schließlich die Annäherung zwischen dem

Kleriker Abaelard und der Nonne Héloise, die im Stil eines Oratoriums inszeniert

wurde: Claudia Heidl und Frank Wunderlich brachten die geistlichen Melodien

schlicht und schön zur Geltung, ihr Liebeswerben wurde vom Tenor Reinhold

Schmidt augenzwinkernd in Evangelistenmanier kommentiert.

 

Die gut besuchte Veranstaltung wurde in Auszügen auch vom MDR-Fernsehen

übertragen und von Radio Aena präsentiert. Im kommenden Jahr sollen im

Mittelpunkt des Minneturniers die Lieder des Minnesängers Tannhäuser stehen. 


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