Das Tänzelfest 12. bis 23. Juli 2007

Das Tänzelfest in Kaufbeuren


Das Kaufbeurer Tänzelfest

Seine Geschichte bis zur Gründung des Tänzelfestvereins Tradition bestätigt sich durch ihre Pflege, aber sie pflegt nicht ihre Bestätigung. Aus diesem Grunde verbirgt sich hinter der Frage nach dem Ursprung des Kaufbeurer Kinderfestes nichts weiter als ein akademisches Problem. In der Vielfalt der Erklärungsversuche mag es gelegentlich wünschenswert erscheinen, eindeutige Hinweise auf Anlass oder Ursache einer Tradition zu finden, die über Jahrhunderte bewahrt wurde. Aber wie andere soziale Selbstverständlichkeiten sind auch überlieferte Bürgerfeste kein Gegenstand gewissenhafter Dokumentation gewesen. Ungleich aufschlussreicher als der Ursprung wäre beim Kaufbeurer Tänzelfest eine Übersicht seiner historischen Entwicklung. Doch leider sind bis zum Jahr 1805 nur eine Vielzahl von Erwähnungen, aber keine Beschreibungen nachweisbar. Es bleibt unklar, welches Wechselspiel historischer Bedingungen die Eigenart dieses Festes gestaltet hat, das uns erstmals 1805 in einer umfassenden Schilderung durch den Lehrer Johann Georg Steudle überliefert ist.

Der Ursprung des Festes

Hinweise aus den Kaufbeurer Ratsprotokollen lassen den Schluss zu , dass der Kaufbeurer Tänzeltag bereits um die Mitte des 16. Jahrhunderts zu den Traditionen gehörte, deren Alter das Zeitgedächtnis der lebenden Generation nicht mehr erfassen konnte. Aber mit den einzigen zuverlässigen Quellen für das 16. Jahrhundert verbinden sich nur zwei Feststellungen: Der Kaufbeurer Tänzeltag geht auf die Zeit vor 1557 zurück, war - wie in etlichen anderen süddeutschen Städten - ein Fest der Zünfte und - vielleicht - auch mit den Schulen verbunden. Besonderheiten eines Kinderfestes bleiben im 16. Jahrhundert unerwähnt. Allerdings stieß die Kaufbeurer Heimatforschung auf ein sonderbares Phänomen. Nahezu alle Kaufbeurer Stadtchroniken des späten 18. und frühen 19. Jahrhunderts berufen sich als Ursprung des Tänzelfestes auf eine Stiftung Kaiser Maximilians I., die er anlässlich eines Besuches am Fronleichnamstag des Jahres 1497 in Kaufbeuren vorgenommen habe. Das ist verführerisch, aber im quellenkritischen Vorbehalt des Historikers nicht beweisbar. Die vorhandene Überlieferung des 16. und frühen 17. Jahrhunderts gibt also keinerlei Aufschluss, zu welchem Zeitpunkt das Kaufbeurer Kinderfest in Zusammenhang mit den Tänzeltagen der Zünfte eine eigene Tradition entwickelte.

 

Die erste Erwähnung als Kinderfest

Erst 1658 wird der Tänzeltag eindeutig mit einem Kinderfest in Zusammenhang gebracht. Diese Quelle findet sich in den Konsistorialprotokollen des evangelischen Kirchenarchivs der Dreifaltigkeitskirche. Wir verdanken dieses Dokument einer Kraftprobe zwischen einem als streitsüchtig bekanntem Schullehrer und dem Scholarchat. Die Schulkomission beschließt, dass "der Tänzltag denen Kindern auff die eingehende Woch verwilligt sei". Mit diesem Fest der Kaufbeurer Schulkinder verbindet sich ein Umzug, der spätestens seit 1689 in einem Wäldchen endete. Die Annahme ist gerechtfertigt, dass der Vergnügungsort der Kinder jener Platz auf der Buchleuthe war, der 1689 zum ersten Mal als "Tänzelhölzle" erwähnt wurde. Mit dem Begriff "Tänzeltag" dürften in diesem Zusammenhang mindestens zwei schulfreie Tage verbunden sein. Der militärische Charakter des Kinderfestes, bis 1914 mit Abwandlungen, aber in Gestaltung und Ablauf unverändert gepflegt, lässt sich auf Eigenarten der Zunftfeste zurückführen.

 

Die historischen Küstme

1.600 historische Kostüme warten in unserer Kleiderkammer auf ihren großen Auftritt, bis es wieder heißt: "Kinder spielen die Geschichte ihrer Stadt".

 

Hier wollen wir alle Kostüme, die in unserem Festzug vorkommen, vorstellen und ihren Bezug zu unserer Stadtgeschichte erläutern. Es soll eine spannende Lektüre für alle sein: Für die Kinder, deren Eltern und für alle, die sich für unser Fest interessieren. "Heuer darf ich Landsknecht des schwäbischen Bundes beim Tänzelfest machen! Wie schaut denn der aus? Was haben die denn in Kaufbeuren gemacht? Nächstes Jahr bewerbe ich mich als Brauer, die sind cool!".

 

Natürlich sollen auch die Eltern wissen, was ihre Sprösslinge darstellen, wenn es wieder heißt: Kinder spielen die Geschichte ihrer Stadt. Durch die Darstellung und Erläuterung der verschiedenen Kostüme möchten wir auch die Lehrer unserer Schulen ansprechen, die ihren Heimat- und Sachkundeunterricht damit anschaulich gestalten können. Darüber hinaus soll sich jeder Besucher unserer Internetseiten an den mit viel Liebe, Wissen und Detailarbeit gestalteten Kostümen freuen, über die Kindergesichter schmunzeln und ganz nebenbei auch ein bisschen Hintergrundwissen vermittelt bekommen. Unsere Galerie ist noch nicht vollständig und wird ständig ergänzt.

 

Es lohnt sich also immer mal wieder hereinzuschauen um zu erforschen, welches Kostüm man noch nicht gesehen hat. Hier nun die Liste der bisher vorhandenen Kostüme. Über die einzelnen Kostüm- oder Gruppennamen werden Sie auf die entsprechende Seite geführt. Den Festzug eröffnen Kinder in Pagengewändern mit Fahnen der Kaufbeurer Ortsteile - die Gruppe "Kaufbeuren grüßt das Schwabenland".

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