Lebendige Schwertkunst
Unsere Ziele
Pflege europäischer Tradition Im Sinne der Brauchtumspflege und des Erhalts der europäischen Tradition wurden die Techniken aus dem 15. Jahrhundert rekonstruiert, durch Anwendung und Schulung sollen sie lebendig erhalten, und einer breiten Masse zugänglich gemacht werden. Sie stellt ein adäquates Gegengewicht zu den asiatischen Kampfkünsten dar, soll als Ergänzung dieser Sportarten und Alternative angesehen werden.
Schulung der Persönlichkeit
Durch die körperliche und geistige Schulung soll eine Stärkung der Persönlichkeit erreicht werden. Selbstbeherrschung, Rücksichtnahme und Einschätzung der eigenen Fähigkeiten sind Grundlagen des Unterrichtes. Dazu wird die Wahrnehmung der eigenen Gefühle und die des Gegenübers gefördert und der Umgang damit geschult. Es geht um eine Weise der fortwährenden übung im Umgang mit sich selbst und der Vervollkommnung des eigenen Weges.
Erhöhung des Bekanntheitsgrades
Durch eine Steigerung des Bekanntheitsgrades in der Bevölkerung wird eine neue Möglichkeit geschaffen sich mit der eigenen Geschichte zu befassen. Der Erhalt einer europäischen Tradition als Gegengewicht zu asiatischen Traditionen bietet neue Möglichkeiten der Identifikation.
Unsere Angebote
Unterricht in den Bereichen historische europäische Kampfkünste, Ki, Selbstverteidigung und Waffenpflege
- Schnupperkurse
- Wochenend- und Kompaktkurse
- Einzelunterricht
- Fortlaufender Gruppenunterricht
Dienstleistungen
- Choreographie für historische Schauspiele und Schaukämpfe (Theater, Musical)
- Beratung zur sachgerechten Pflege historischer Blankwaffen (Museen, Sammlungen)
Gutachterliche Tätigkeit
zur Schätzung von Sammlungen und Einzelstücken Erhaltung und Pflege wertvoller Einzelstücke.
Grundlagen
Wir erarbeiten unser Wissen anhand mehrerer deutschsprachiger Fechtbücher aus dem Zeitraum des 14. bis Anfang 17. Jahrhundert. Angefangen beim bekannten I33. (Walpurgisfechtbuch) bis zu Jakob Sutor 1612. Eines der interessantesten Fechtbücher an dem wir derzeit arbeiten ist das Fechtbuch von Hanns Lecküchner Ende des 15. Jahrhunderts, ein Werk das sich ausschließlich mit dem Umgang des langen Messers (Bauernwehr) beschäftigt. Weitere interessante Fechtbücher wurden geschrieben von Hans Talhoffer.
Hans Talhoffer war ein überwiegend im schwäbisch-alemannischen Raum wirksam gewordener Fechtmeister im 15. Jahrhundert. Von ihm sind 6 bebilderte umfangreiche Manuskripte bekannt. Diese Fechtbücher umfassen unter anderem eine vollständige Kopie von Lichtenauers Fechtlehre. Nachweislich war er mehrere Jahrzehnte Gerichtskämpfer bei gerichtlichen Verfahren mit ungenügender Beweislage, in denen das Gottesurteil erkämpft wurde. Zwischen dem ersten bekannten Manuskript von 1443 und dem letzten von 1467 liegen 24 Jahre, also ein Vierteljahrhundert aktiver Tätigkeit in einem gefährlichen Metier. Zählt man dazu noch die Jugend- und Lehrjahre mit einem vorstellbaren Umfang von 20 Jahren, so war Talhoffer ca. 45 Jahre alt, als er das Fechtbuch für den Grafen Eberhard im Barte anlegte.
In Europa wurde die Kampfkunst mit dem Schwert seit dem 17. Jahrhundert nicht mehr gelehrt, nachdem auf den Schlachtfeldern die Feuerwaffen mehr und mehr über Sieg und Niederlage bestimmten. Relikte aus dieser Zeit sind im Sportfechten mit Degen und Florett und im studentischen Fechten erhalten geblieben. Im Gegensatz dazu ist in China und Japan der Einsatz des Schwertes praktiziert worden und heute Bestandteil vieler fernöstlicher Kampfsportarten. Die bekanntesten derzeit sind wohl Ai-ki-do und Iai Do.
Auf Grundlage der Fechtbücher des 14. bis 16. Jahrhunderts sind die Kampftechniken der damaligen Zeit rekonstruiert worden. Sie unterscheiden sich im wesentlichen vom asiatischen Stil durch das gerade Schwert und kürzere, klare Bewegungsformen. Es ist eine Kampfkunst europäischer Tradition, ein Weg der geistigen und körperlichen Schulung, die verschollen war und wieder zum Leben erweckt wurde. Im Gegensatz zu den spektakulären Schaukämpfen in Hollywoodfilmen und auf Mittelaltermärkten hat der historische Schwertkampf keine langanhaltenden Schlagwechsel mit dem Ziel das gegnerische Schwert oder der Schild zu demolieren, sondern mit möglichst geringer Anstrengung den Gegner kampfunfähig zu machen, ohne die Schneiden der Schwerter zu beschädigen.
Diese Techniken erfordern ein hohes Maß an Aufmerksamkeit, sowohl auf sich selbst als auch dem Gegenüber. Dadurch lernt der Schüler einen guten Umgang mit seinen Gefühlen, insbesondere den Aggressionen, und erfährt eine Stärkung der Persönlichkeit auch im täglichen Leben.
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