|
Wer ist Zornhau?
Der Anfang unserer Organisation kann typischer kaum sein: Im Jahre 1996 schlossen sich die beiden Jungspunde Björn Wolf und Torsten Schneyer zusammen, um regelmäßig mittelalterlichen Schaukampf bzw. Bühnenfechten zu betreiben. Da dies den beiden kampfsportlich und historisch begeisterten Männern nicht genügte, wurde der Schaukampf schnell, zugunsten der Idee die "echte" Fechtkunst des Mittelalters und der Renaissance zu erlernen, verworfen.
Zweck der Recherche und der Übungen war es von nun an, das alte Fechten als möglichst geschichts-und praxisnah rekonstruierte Kampfkunst anzugehen. Es folgten Seminare bei Leuten wie Peter Koza und dem Leiter der HACA, John Clements, die eine schöne Inspirationsquelle darstellten, aber Anlass zu weiteren offenen Fragen gaben. Bald schlossen sich weitere Interessierte der inzwischen Zornhau getauften Gruppe an.
Der Name "Zornhau" kührt den gefährlichste Hieb des alten Fechtens. Schneyer knüpfte zusehens Kontakte zu den wenigen anderen fortgeschrittenen Fechtgruppen in Deutschland. Seid dem Fechtertreffen 2000 sowie dem Launch dieser Netpräsenz ist Zornhau in der deutschen Schwertfechtszene auch überregional ein präsenter Name. Inzwischen ist Zornhau ein eingetragener Verein. Jede Woche trainieren bis zu zwanzig Fechter in unserer Halle den historischen Kampf in vielen Waffengattungen.
Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, besuchen unsere Trainingsleiter Seminare, studieren historische Quellen zum Thema und suchen den regen Informationsaustausch mit anderen Fechtgruppen - sowohl im Internet als auch in Form von gemeinsamen Workshop-Events.
Bei Zornhau gibt es keinen "Dengelschaukampf", keine Fantasy-Mystik und auch keinen esoterischen Hokuspokus sondern fachlich fundiertes, historisches Schwertfechten pur. Dennoch ist auch das Bühnenfechten bei Zornhau nicht ganz in Vergessenheit geraten. Als fahrende Fechtschule der beginnenden Renaissaince präsentiert unser Verein sowohl seriöses Schwertfecht-Training als auch an die Techniken der deutschen Schule angelehntes Bühnenfechten auf wenigen ausgewählten Mittelaltermärkten.
Die Waffen
Historisches Fechten auf den bloßen Schwertkampf zu reduzieren, wäre ein grober Fehler. Fast alle erhaltenen Fechtbücher belegen, daß es seinerzeit umfassende Ausbildung an mannigfaltigen Waffengattungen gab. Fechten war ein Allkampfsystem. Für viele Neulinge ist das Schwert aufgrund seines mythischen Nymbus natürlich die "Einstiegsdroge".
Bei Zornhau findet Unterricht an folgenden Waffen statt:
- Langes Schwert
- Dussak
- Dolch
- Ringen
- Langes Messer
- Stange
- Einhandschwert und Buckler
Trainingsprinzipien
Die Trainingsprinzipien und der Weg eines Zornhau-Fechters lassen sich kurz und bündig zusammen fassen:
- Einführung der Anfänger in die Grundschule der mittelalterlichen Kampfkunst.
- Korrektur und Kritik des Schülers durch erfahrene und kompetente Trainingsleiter.
- Eingehende Beschäftigung mit dem theoretischen Hintergrundwissen, sprich, den Fechtbüchern.
- Gemeinsames Erarbeiten und Trainieren von Techniken der einzelnen Waffengattungen.
- Abwechslungsreiches Training unter Verwendung verschiedenster Trainingsmethoden.
- Vertiefung und Verständnis der Techniken durch Implementierung der Technik in den Zusammenhang einer Kampfsituation.
- Üben der Techniken unter Semi-Kampfbedingungen.
- Beherrschung der fechterischen Prinzipen und Techniken in einer freien Kampfsituation, harter Freikampf.
- Langsame Steigerung des Könnens durch das Training mit Fortgeschrittenen und ständig wechselnde Trainingspartner.
- Sinnvoll aufgebaute Trainingstage, wechselnde Schwerpunkte.
Aber auch:
- Langsame Steigerung von Kraft und Kondition
- Sportliche Betätigung unter kompetenter Aufsicht
- Wecken des Interesses an der Historie
- Beschäftigung mit mittelalterlichem Schriftgut im Allgemeinen
- Verantwortungsvoller Umgang mit Waffen und der mit ihnen verbundenen Kampfkunst
- Kontakt mit der „Szene“ und Austausch mit anderen historischen Fechtgruppen in Forum von Seminaren und Workshops.
|